Water Drop (Pro)

Nachdem ich mit Water Drop (Advanced) gute Erfolge im Bereich der Wassertropfenfotografie verbuchen konnte, war es an der Zeit ein neues Projekt zu starten und die Water Drop Reihe etwas zu erweitern. Und so startet hier das neue und bessere Water Drop (Pro).

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drop_0.JPG

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Was ist nun der Unterschied zu den beiden Vorgängern, außer das einfallslose Pro hinter dem noch einfallsloserem Water Drop? Nun zum einen nutze ich hier zum ersten Mal Elektromagnetventile, welche über den Mikrocontroller gesteuert werden. Zum anderen arbeitet der Controller nun mit einer Host-Software zusammen, die vorerst nur unter Windows OS läuft. Zusätzlich unterstützt die Software alle gängigen Canon EOS DSLR Modelle, wodurch sich die Einstellung des Fokus, der Blende, der Filmempfindlichkeit sowie der Verschlusszeit vereinfachen soll – man braucht seine Kamera nun nicht mehr anzufassen, um Änderungen vorzunehmen.

Der Umfang der steuerbaren Ventile beläuft sich derzeit auf drei Stück. Zusätzlich arbeite ich noch an ballistischen Ad-Ons, doch bis diese lauffähig sind wird es noch etwas dauern.

Das Projekt ist doch sehr umfangreich, dennoch will ich versuchen, es für alle vollständig nachvollziehbar zu machen, sodass sich jeder, der Tropfen fotografieren will, daran erfreuen kann. Der Aufbau der elektronischen Schaltung benötigt neben Zeit und etwas Geschick beim Löten (falls man sich für die Verwendung einer Platine entschließt) auch etwas mehr an fotografischer Ausrüstung. Doch zu allem später mehr !

Da ich in diesem Blogpost nicht alles unterbringe, was ich unterbringen will, findet man hier alles weitere. In dem Zip-File (so nenne ich es im weiteren Verlauf) sind nicht nur die neuesten Versionen der Software für Host und Controller zu finden, sondern auch die Fertigungspläne für elektrischen und mechanischen Aufbau und ein kleiner Guide für das gesamte Package.

Vorerst möchte ich ein paar Tricks verraten, wie man das Wasser behandeln kann, sodass es sich besser ablichten lässt.

Das Wasser

Wer meinen Beitrag zu Water Drop (Advanced) gelesen hat, dem mögen die folgenden Zeilen vielleicht bekannt sein, denn es hat sich nicht viel geändert.

Die Tropfflüssigkeit, welche von der Düse auf das Wasser trifft, behandle ich auf zwei verschiedene Arten, je nach gewünschtem Ergebnis:

  • Reines Wasser – ergibt starke Spritzer
  • Wasser-Guarkernmehl-Mischung – ergibt gebundenere Formen.

Abgesehen von der Variante filtere ich das Wasser vor jeder Fotosession, um so wenig Verunreinigungen wie möglich im Bild erkennen zu können (der Raum sollte auch sauber sein, da sich ansonsten Staub aus der Umgebung auf der Wasseroberfläche sammeln kann). Als Filter nutze ich einen Sieb, in das ich ein Stück Küchenpapier oder ein Taschentuch lege. Kaffeefilter sind ebenso gut zu verwenden.

Filter.jpg

Die Guarkernmehl-Mischung (etwa ein Teelöffel) bereite ich mit etwa 5cl Weingeist zu. Nach dem Umrühren gibt man das Gemisch in einen sauberen Behälter mit 2 Litern warmen Wasser. Danach muss 15 Minuten stark umgerührt werden, sodass sich das Guarkernmehl im Wasser lösen kann. Dieses Gemisch lasse ich dann abgedeckt ein paar Stunden so stehen.

Guarkern

Die Dichte des Beckenwassers behandle ich nicht. Ich filtriere lediglich reines Leitungswasser, und achte darauf, dass das Becken sauber ist. Als Becken nutze ich alles Mögliche, von Trinkgläsern bis hin zu Pfannen. Je nach Bildausschnitt sollte das Becken bis zum Rand gefüllt werden, sodass man den “Horizont” nicht mehr erkennen kann. Hinter das Becken kann man verschiedenfarbige Platten stellen, um so eine tolle Farbgebung der Szene zu erreichen.

Zuletzt habe ich auch mit destilliertem Wasser experimentiert. Die Ergebnisse auf den Bildern sind identisch mit jenen des normalen Wassers. Ich nutze es lediglich, um das Ventil und die Schläuche zu schonen (Kalkansammlungen). Wer mit höher viskosen Flüssigkeiten seine Bilder macht, der sollte den Aufbau nach der Arbeit auf jeden Fall mit destillieren (oder normalen) Wasser spülen.

Da alles zum Thema Wasser gesagt wurde, kommen wir nun zum nächsten Schritt.

Der mechanische Aufbau

Wie bereits erwähnt unterstützt der Controller bis zu 3 Elektromagnetventile, welche die Wassertropfen erzeugen. Aus finanziellen Mitteln zeige ich die Konstruktion nur mit einem Ventil, doch die Installation der beiden anderen Ventile funktioniert in jeder Hinsicht gleich. Sowohl die Software, als auch die Hardware unterstützen alle drei Ventile – Plug & Play.

Der Rahmen

Als Rahmen nutze ich ein selbst gebautes Gestell, welches so gebaut ist, dass man es einfach zerlegen und platzsparend verstauen kann, denn nicht jeder ist mit viel Platz gesegnet.

Die kompletten Daten, sowie die Pläne für die Fertigung sind unter dem oben genannten Link – ZIP-File – zu finden.

Frame_001.jpg

Das Gestell hat eine Höhe von etwa ein-ein-halb Metern, sodass man es auch auf einen Beistelltisch stellen kann, um nicht immer am Boden sitzen zu müssen. Die Breite ist so gewählt, dass man ein Backblech darunter legen kann, das als Spritzschutz für die Umgebung dient.

Die Montage ist einfach. Die beiden seitlichen Bretter werden mit Flügelschrauben an den horizontalen Staffeln befestigt. In den Staffeln sind Einschraubmuttern eingeschraubt, welche die Verbindung zwischen Holz und Schraube herstellen.

So kann man das Gestell schnell zusammenbauen und wieder zerlegen.

Der Ventilkopf

Hierauf sitzen die Ventile, deshalb habe ich hier bei der Fertigung besonders auf hohe Genauigkeit geachtet. Die Ventile befinden sich alle auf der selben Höhe und lassen sich in ihrer Entfernung zueinander über Langlöcher verstellen. Das Ventil präsentiere ich etwas später im Beitrag.

Frame_003

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Frame_004

Vom Controller ausgehend lasse ich ein 6-poliges Kabel zum Ventilkopf laufen, welches dort dann in einem Verteiler endet. An diesem können die Ventile separat angeschlossen werden.

Der Wassertank

Eine Ebene höher befindet sich der Wassertank. Jedes Ventil hat seinen eigenen Wassertank, welcher nach dem Mariotteschen Prinzip gebaut wurde. So bleibt der Druck des Wassers auf das Ventil konstant und erlaubt eine immer gleich bleibende Austrittsgeschwindigkeit. Das ist in der Berechnung der Fallzeit in der Software äußerst wichtig!

Frame_005.jpg

Das Prinzip der Flasche ist im Grunde recht einfach. Läuft Wasser unten aus, so erzeugt das schwindende Volumen des Wassers einen niedrigeren Druck der Luft oberhalb. Ist der Druck der Umgebung groß genug, das er sowohl jenen der Flüssigkeit und der Luft in der Flasche überwinden kann, so wird Luft von außen angesaugt. Dies hat die Folge, das der Druck am unteren Ende des Röhrchens immer der konstante Umgebungsdruck ist (solange der Wasserspiegel nicht unter die Öffnung des Röhrchens fällt).

Mariottesche_Bottle_Concept

Das Gehäuse

Das Gehäuse beinhaltet die Platine, auf welcher das Arduino Nano sitzt. Die nötigen Unterlagen für die Fertigung der Platine sind ebenfalls im oben genannten Zip-File zu finden, die Details zum Schaltplan folgen etwas später in diesem Post.

Switchbox_Front

An der Front des Gehäuses findet man einen Display, der den jeweiligen Status anzeigt, den Hauptschalter, einen Reset-Button und drei Buttons, welche die jeweiligen Ventile kurz öffnen. Dies soll die Einrichtung des Fokus der Kamera erleichtern.

Switchbox_Back

Auf der Rückseite sind die Anschlüsse untergebracht. Das System wird über die Spannungsbuchse (links unten) mit 12 VDC versorgt und benötigt mindestens 2 A Strom. Darüber erkennt man die Klinkenbuchse für die Kamera.

ACHTUNG! Die Versorgungsbuchse muss passend zum Netzteil verlötet werden! Wie die Beschaltung am Netzteil ist, findet man am Gerät selbst, diese sieht in etwa so aus:

Connection

Hier erkennt man, dass der Plus-Pin innen liegt, also muss man auch bei der Buchse an den innen liegenden Pin das Kabel für die +12V anlöten.

Neben der Versorgungsbuchse findet man die 4-polige Buchse für das USB-Kabel, über welches der PC mit dem Controller kommuniziert. Die Buchse ist deshalb keine Standard-USB-Buchse, weil ich diese 4-polige „Mikrofonbuchse“ und den passenden Stecker gesamt günstiger erworben habe, als eine USB-Buchse alleine … naja ..

Die beiden anderen Buchsen sind für die Steuerung der Ventile und für den Sensor zuständig. Zur Zeit wird noch kein Sensor in der Software unterstützt, doch das Interface hierfür ist bereits gegeben.

Alle nötigen Bauteile, sowie die Pläne für das Gehäuse sind ebenfalls im Zip-File unter „Mechanical Engineering“ zu finden.

Wem das nötige Werkzeug fehlt, um die Bleche entsprechend bearbeiten zu können, der kann diese durch Kunststoffplatten ersetzen. Diese lassen sich recht passabel mit einer Laubsäge bearbeiten.

Der elektrische Aufbau

Zu Beginn eine kleine Anmerkung: Ich nutze auch bei diesem Projekt wieder einen kleinen Display, dieser dient allerdings nur der Visualisierung der Zustände (Verbunden, Prozess arbeitet, offene Ventile, etc.). Wer darauf verzichten will, der kann auch auf den Display verzichten.

Ich habe folgende Komponenten verbaut:

Die Verdrahtung zeige ich als Steckbrett-Aufbau und als Schaltplan, da es auf dem Steckbrett recht eng geworden ist, und so die Übersicht etwas gelitten hat. Zusätzlich habe ich die Leiterplatte für das Projekt auf meinem Webserver (Zip-File) zur Verfügung gestellt. Darin findet man auch eine Bauteilliste und eine Bauanleitung für die Platine.

Zu den beiden folgenden Bildern muss ich anmerken, dass das System mit 12V gespeist wird, und nicht mit 9V, wie hier dargestellt. Außerdem sind die Ventile hier als Schubbolzen dargestellt. Die Funktion ist aber die selbe.

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Water_Drop_Pro_Breadboard

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Water_Drop_Pro_Circuit

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Hinweis: Wer bereits ein Arduino Uno besitzt, und dieses auch verwenden mag, der hat hier ein leichtes spiel. Da sich im Nano v3.0 und im Uno Rev3 der selbe Prozessor befindet, und auch die Pinbelegung ident ist, kann man das Nano einfach gegen das Uno austauschen, ohne dabei die Pins ändern zu müssen.

Nun erkläre ich die einzelnen Komponenten im Detail.

Komponente Camera

Der Kameraanschluss ist ein einfacher 3.5mm Stereo-Klinkenstecker. Viele Kameras und Blitze unterstützen ein Auslösen mit einem solchen Stecker. Um einen solchen zu bauen, braucht man folgende Komponenten:

  • 3.5mm Stereo-Klinkenstecker
  • 2.5mm zu 3.5mm Adatperkabel
  • 3.5mm Stereo-Kabel (Male-Male)

Audio_Jack_Real_Image

Die Verdrahtung zwischen Optokoppler und Klinkenstecker muss so ausgeführt sein, dass das Gehäuse (SLEEVE) des Steckers mit dem Emitter des Kopplers verbunden ist. Der Kollektor des Optokopplers muss mit dem Left-Pin des Steckers verbunden werden, da dieser für das Auslösen der Kamera zuständig ist. Mit Right-Pin kann man den Autofokus betätigen.

Audio_Jack_Shematic

Pin 1 des Optokopplers ist die Anode (+) und Pin 2 ist die Kathode (-). Wenn sich nun jemand fragt, warum ich hierfür einen Optokoppler verwende: Keeps you from frying your stuff!

Das Arduino gibt durch den digitalWrite()-Befehl 5V am entsprechenden Pin aus. Diese 5V könnten an der Kamera Schäden verursachen, deshalb muss man etwas zur Sicherheit zwischenschalten. Diese Sicherheit ist der Optokoppler, er ist von der Funktion her vergleichbar mit einem Relais, jedoch ist die Schaltzeit wesentlich kürzer – also perfekt für solche Anwendungen! Wer sich unsicher ist, wo sich die Kontakte des Optokopplers befinden: Datenblatt!

Mehr dazu findet man hier.

Komponente Elektromagnetventil

Die Elektromagnetventile habe ich bei diesem Shop erworben (Spannung 12 V, Leistung 5 W). Zusätzlich habe ich mir noch 2 Schlauchtüllen (Schlauchgröße 6 mm) dazu bestellt, um das Ganze abzurunden.

Valve_G1_8.jpg

Das Magnetventil arbeitet mit einer Gleichspannung von 12V, das Arduino jedoch mit 5V. Aus diesem Grund braucht man eine Transistorschaltung, um mit dem Arduino das Ventil öffnen und schließen zu können.

Ein Transistor ist im Grunde ein Schalter, welcher elektronisch geöffnet und geschlossen wird. Wer mehr darüber wissen mag -> Transistorschaltung.

Transistor_Circuit.jpg

Der Ground (-) muss vom Signalgeber und vom Ventil der selbe sein, damit die Schaltung funktionieren kann. Ich habe zusätzlich die 12V direkt an den Vin-Pin des Arduinos gehängt, so wird dieses auch gleich von dem Netzteil versorgt.

Die Gleichrichterdiode 1N4001 dient als Schutz für die Bauteile, da es durchaus vorkommen kann, dass es wegen der Spule im Ventil zu einem Rückschlag kommen kann.

Das Ventil hat eine Leistung von 5 Watt und benötigt 12 VDC Spannung. Mit dem Zusammenhang P = U * I ergibt sich für den Strom 0,41667 Ampere. Um 3 Ventile gleichzeitig zu nutzen, und das Arduino Nano/Uno mit ausreichend Strom zu versorgen (max. 200mA in Summe an den Ausgängen) rate ich zu einem 2A Netzteil. Ich habe mir ein kleines Netzteil aus China zugelegt, welches bis zu 8 Ampere liefern kann. Die Schaltung benötigt natürlich nie so viel Strom, doch das Netzteil war außerordentlich günstig (6,50 €, kostenloser Versand).

Die Schaltung kann nun nicht mehr mit einem USB-Akku-Pack genutzt werden, wie es zum Beispiel bei Water Drop (Advanced) zum Einsatz kommt, da diese Akkus-Packs nur 5V liefern. Eine ausreichend starke 12V Batterie würde hier funktionieren, doch ich nutze lieber das Netz, da das Projekt ohnehin nicht portabel sein muss.

Komponente Display (optional)

Display_Real_Image

Bei dem Display handelt es sich um einen 0,96″ OLED Display, welcher mit dem BUS-System I²C angesteuert wird. Das Arduino Nano unterstützt dies, indem man die Library Wire.h implementiert. Dann sind allerdings die beiden Pins A4 & A5 für eben diese Übertragung reserviert und können nicht mehr für andere Zwecke verwendet werden. Wichtig ist hier, dass die Verbindung des Displays mit dem Arduino folgendermaßen ausgeführt wird:

  • SDA ⇒ A4
  • SCL ⇒ A5
  • VCC ⇒ 5V
  • GND ⇒ Ground

Um auch tatsächlich etwas auf dem Display anzeigen zu können bedarf es einer eigenen Programmbibliothek. Ich habe für diesen Zweck eine einfache Bibliothek erstellt. Die Erklärung und Verwendung findet man hier. Die Beschreibung des Codes findet man etwas weiter unten im Beitrag!

Die Platine

Um alles sauber abzuschließen habe ich eine Leiterplatte entworfen, auf welcher alle Komponenten sitzen. Die Kabel von den Buttons, dem Display, der Steckerbuchsen, etc … werden einfach über Terminal-Blocks mit der PCB verbunden. Das Bild unten zeigt die Platine, geroutet in Fritzing. Die Datei findet ihr natürlich auch im oben genannten Package.

Water_Drop_Pro_Finale_Without_Copper_Fill.jpg

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Raw_Circuit_Board

Für die Platine benötigt man zumindest halb-schlechte Fähigkeiten im Löten. Das Arduino und der Optokoppler sitzen beide auf für diese passende Sockel, um sie einfach austauschbar zu machen. Alle Bauteile findet man natürlich im ZIP-File.

Fertig bestückt ist die Platine bereit für das Verlöten.

Circuit_Board

Beim Einsetzen des Optokopplers sollte man besonders auf den Punkt dessen Gehäuse achten, dieser muss sich dort befinden, so sich im Fritzing-File (Skizze oben) der Stern (*) befindet. Oder anders gesagt: Der Punkt definiert die Position der Anode des ersten Optokoppler im Gehäuse.

Optocoupler_Detail

Die Platine selbst habe ich hier bestellt. Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar (unter 20€ für die Platine + Versand nach Österreich). Es reicht völlig, einfach nur das PDF zu senden, und folgendes anzugeben:

  • Die 4 äußeren Bohrungen: D3.2mm
  • Alle anderen Bohrungen: D1.0mm

Der Code

Eines vorweg: Das Programm wurde in Sublime Text 3 ( Stino ) mit der Arduino IDE 1.6.6 geschrieben.

Sowohl das Programm für den Mikrocontroller, als auch das Programm für den PC sind auf GitHub zu finden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich natürlich das Programm durchlesen/durchdenken, bevor es ausgeführt wird.

Wem den Weg über GitHub zu Steinig ist, der findet im ZIP-File ebenfalls beide Programme und eine ausführliche Beschreibung für jedes.

Der Mikrocontroller

Wie bereits oben erwähnt, nutze ich das Arduino Nano v3.0 und habe das Programm auch mehrfach auf diesem getestet. Natürlich kann man auch das Arduino UNO nutzen, da beide Boards den gleichen Prozessor (ATmega328) nutzen.

Arduino_Nano.jpg

Wer neu ist, und sich nicht sicher im Umgang mit dem Arduino ist, der kann sich hier einmal einlesen. Für alle, die schon vertraut mit der Umgebung sind: Einfach auf den Controller hochladen & fertig. Das Programm ist in mehrere Files gesplittet. Um alles auf einmal zu öffnen öffnet ihr nur die Water_Drop_Pro.ino Datei. Die Arduino-Software lädt dann automatisch alle im Verzeichnis befindlichen Dateien automatisch nach.

Ich erstelle gelegentlich Updates für das Programm, um eventuelle Bugs zu fixen, oder einfach um Funktionen einfacher zu machen. Daher sollte man öfter mal auf Github vorbei schauen – aus Selbsterfahrung weis ich: macht man im Allgemeinen nicht.

Der Host

Oben habe ich schon darauf verwiesen, das die Host-Software nur unter Windows läuft. Wie kann man das nur machen? Meine Ausrede ist, dass ich keine Lust hatte, ein GUI mit Pyhon oder Java zu schreiben. Ich habe den einfachen Aufbau von Visual Studio C# genutzt, um den grafischen Aspekt der Software schnell und einfach zu erstellen.

Host_Software_Mask

Das Nachfolgerprojekt soll dann aber Plattformübergreifend sein, bis dahin dauert es aber noch (eventuell, dass es Sommer 2016 beginnt).

Wer dennoch das Programm unter Mac nutzen will, der bekommt hier ein paar Möglichkeiten gezeigt. Leider kann ich aufgrund des Fehlens eines Macs nicht sagen, ob die Software dann auch tatsächlich reibungsfrei läuft.

Die Software unterstützt zudem alle Canon EOS DSLR Kameras. Dies hat den großen Vorteil, das man die Kamera für das Setzen der Einstellungen nicht mehr berühren muss und so unter Umständen den Bildausschnitt kaputt macht. Nikon, Sony, Pentax oder ähnliche Kameras unterstützt die Software nicht, da ich zur Zeit noch an einer neueren Version arbeite, welche alle anderen gängigen Marken unterstützt. Wer keine Canon hat muss sich leider vorerst ohne dieses Feature zufrieden geben.

Live_View

Ein besonderes Plus ist der Live-View, mit dem man den Fokuspunkt exakt einstellen kann.

Host & Controller

Hier mal eine einfache Anleitung für den Vorgang:

  • Anschließen des Arduino (mit bereits geladenem Code) an den PC.
  • Starten der Software am PC und auswählen des COM-Ports mit anschließendem Verbinden.
  • Warten, bis beide Geräte verbunden sind.
  • Done. Jetzt können die Ventile mit dem PC gesteuert werden.
Auf der linken Seite in der Software muss man beim ersten Mal benutzen die Höhe zwischen Ventilauslass und Wasseroberfläche einstellen. Danach wird automatisch die nötige Zeit berechnet, die der Tropfen vom Auslass bis zum Wasser braucht. Diese Dauer ist zudem jene für die Kamera, ist sie abgelaufen, dann löst die Kamera aus.
Host_Software_Mask_Height
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Die Startzeiten für die Ventile sind an Punkt 0 gebunden. Dies bedeutet, dass eine Startzeit für das Ventil kürzer sein muss, als die Zeit für die Kamera, ansonsten würde ja das Ventil erst öffnen, nachdem die Kamera ausgelöst hat – das ist nicht Zweckdienlich!
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Um die Verbindung zu trennen sollte man immer auf den Button „Disconnect“ klicken. Dies hat zwar was von „USB-Stick sicher entfernen„, doch es gibt am Arduino Nano/UNO keine Möglichkeit zu erkennen, ob ein Gerät verbunden ist oder nicht. So muss man ihm immer brav den Trennen-Befehl senden, sodass das nächste mal Koppeln gut geht.
Oder man drückt den Reset-Knopf – brute force!
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Alles Weitere findet man im ZIP-File.
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Die Vorgehensweise

Nun verrate ich noch ein paar Tricks, wie ich meine Bilder mache. Zuerst möchte ich aber auf meine Ausrüstung eingehen.

  • Canon EOS 650D Spiegelreflexkamera
  • Canon 100mm f/2.8 Macro Objektiv
  • Cullmann Stativ (mit Wechselplatte)
  • Yongnuo 560 III Blitz (kein TTL)
  • Yongnuo RF-602/C Funkauslöser (Entfesselter Blitz)
Das ist meiner Meinung nach die „Mindestausstattung“. Mir ist klar, dass das alles viel Geld kostet, ich habe es mir schließlich selbst über Jahre hinweg zusammengespart. Wer ein ähnliches Sortiment zu Hause hat, der ist gut gewappnet!
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Equipment.JPG
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Zusätzlich empfehle ich noch einen Makroschlitten. Das vereinfacht das feine Positionieren enorm, da man mit dem Festbrennweitenobjektiv doch sehr eingeschränkt ist.
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Ein sehr gutes Resümee zum Blitz gibt es hier.
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Zu Beginn jedes Shootings sollte man das Ventil so lange offen lassen, bis Wasser unten austritt. Wenn man es dann schließt ist sicher gestellt, dass beim nächsten Öffnen sofort ein Tropfen austritt.
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Zum Schluss jedes Shootings sollte man das Ventil unbedingt säubern, um die Lebensdauer so hoch wie möglich zu halten.
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Der Fokus
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Die beste und zugleich einfachste Methode den Fokus der Kamera einzustellen ist, einen Stab oder ein ähnliches Ding dort hinzulegen, wo später der Tropfen im Bild sein soll. Um sicherzustellen, dass der Tropfen auch tatsächlich dort landet wo man will, habe ich an die Front der Steuerbox die Buttons für die drei Ventile gesetzt. So kann man gezielt nur einen Tropfen fallen lassen. Diesen lasse ich dann auf ein einen Holzstab fallen, an dessen Mitte eine Markierung ist.
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Setup_02
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Im Anschluss muss man nur noch die markierte Stelle des Stabes fokussieren. Dies kann man entweder über den LiveView der Kamera oder über die Host-Software erledigen.
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Focus_01.JPG
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 Focus_02.JPG
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Die Position
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Eine perfekte Position für die Kamera und den Blitz gibt es nicht. Jede Session wird anders laufen, jede Veränderung der Viskosität der Tropfflüssigkeit bewirkt andere Tropfen und jede Positionsänderung des Blitzes sorgt für eine andere Stimmung. Eines kann ich allerdings bestimmt sagen: Den Blitz nicht auf der Kamera montieren. Irgendwie wirkt das Bild dann nicht.
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Setup_01
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Die Wassertropfenfotografie ist zu Beginn eher try & error, bis man ein Gespür für die Vorgänge entwickelt und immer mehr probiert. Nur nicht entmutigen lassen!
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Der Vorgang
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Hier ist eigentlich alles straight forward. Einfach den Host mit dem Controller verbinden, die Zeiten für die Ventile einstellen, die Auslöseverzögerung festlegen und auf Start drücken. Falls die Aufnahme nicht so wird wie gewünscht, einfach an die Zeitdauer einzelner Punkte anpassen, bis alles sitzt.
Bei immer gleichen Parametern sollten auch immer gleiche Tropfen entstehen. Bedingt durch die Flüssigkeit kommt es allerdings recht oft vor, dass ich an unterschiedlichen Tagen auch unterschiedliche Tropfen bekomme (trotz gleicher Settings in der Software). Hin und wieder passieren auch während eines Shootings random Dinge, doch das ist eher die Ausnahme. Ich denke, das liegt vielleicht an lokalen Dichteunterschieden oder sich ändernden Adhäsionskräften zwischen Düse und Fluid. Sicher kann ich das jedoch nicht sagen.

Das Ergebnis

Zum Schluss gibt’s noch ein paar Bilder, die ich mit dem System gemacht habe.

Ich hoffe ich habe nichts ausgelassen, und alle Fragen auch beantwortet. Falls dennoch Fragen offen sind, oder jemand generell ein paar Gedanken zu meinem Projekt hat: Ein Kommentar ist immer erwünscht!

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5 Gedanken zu “Water Drop (Pro)

  1. Hallo nochmal!
    Nachdem ich die oben angeführten Tips gleich befolgt habe und zu keinem Ergebnis gekommen bin (meine Softwarefähigkeiten sind überschaubar, bloses drüberkopieren der dlls brachte keinen Erfolg), wollte ich nun mal nachfragen, wie es mit der „neuen Version“ aussieht.
    Liebe Grüße

    Gefällt mir

    1. Mit der neuen Version musst du dich leider noch etwas gedulden, da ich für diese erst einmal eine neue Programmiersprache und ein neues Konzept lerne – und mir nicht sicher bin ob es, so wie ich es mir vorstelle, auch umsetzbar ist. Try & Error eben.

      Ich habe mich seit deinem letzten Kommentar etwas schlauer gemacht und herausgefunden, dass es zwischen 1000er und 100er Reihe von Canon Kompatibilitätsprobleme mit den DDLs gibt. Die Software ist aber auf die 100er Reihe zugeschnitten. Das würde man mit ein bisschen Aufwand softwareseitig lösen können, da ich aber keine Canon der 1000er Reihe besitze kann ich das Programm leider auch nicht testen.

      Was du noch tun kannst ist, alle DLLs durchzuprobieren, die es auf der Website gibt, oder du verzichtest auf die Kamerasteuerung mit der WDP-Software und lädst dir dafür die EOS-Utility herunter ( https://www.usa.canon.com/internet/portal/us/home/support/self-help-center/eos-utility ). Diese muss in jedem Fall mit deiner Kamera funktionieren. Dann hast du zwar 2 Programme für einen Task laufen, aber die Hauptsache ist das Ergebnis.

      Beste Grüße!

      Gefällt mir

  2. Hallo
    Hab gerade den Water Drop Pro erfolgreich nachgebaut – Kompliment – ein tolles Projekt und eine wirklich super Beschreibung. Mein einziges Problem ist meine Canon 1200D – beim Verbinden behauptet das Programm meine EOS sei nicht im manuellen Modus (ist sie aber!) Dadurch geht auch LiveView etc. nicht. Irgendeine Idee warum?
    Edmund

    Gefällt mir

    1. Danke erst einmal!

      Das Problem liegt an den verwendeten DLLs, welche quasi die Brücke zwischen Host & Kamera sind. In der Version, die ich verwende wird die 1200D leider nicht unterstützt. Natürlich wollte ich, dass sie unterstützt wird, doch das Problem ist, dass die neueste Version der DLLs anscheinend einen Bug hat, was das Programm zum Absturz bringt, sobald gewisse Routinen aufgerufen werden (deshalb warte ich gerade auf einen Bugfix).

      Du kannst dir aber gerne selbst die DLL’s von hier ( https://www.didp.canon-europa.com/ ) herunterladen, welche zu deiner Kamera passen. Dafür musst du dich aber erst dort anmelden, das dauert etwa 2-3 Werktage, bis deine Daten überprüft werden. Danach lädst du dir die DLLs herunter und kopierst sie in das Verzeichnis, wo auch die Host-Software ist. Überschreib‘ einfach alle bereits vorhandenen Dateien mit den neuen.

      Ich hoffe das hilft, ansonsten musst du nur etwas warten, ich arbeite gerade an einer komplett neuen Version, die alle Kameras (nicht nur Canon) unterstützt.

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